Mit dem U-Boot den Bodensee erforschen

Albstadt, 17.01.2019

Mit dem U-Boot den Bodensee erforschen

Studenten der Hochschule bauen ein bemanntes Unterseeboot. Die Einsatzgebiete: die Unterseewelt heimischer Gewässer, Vermessungen und die Bergung von Wracks.

 

Ein U-Boot auf der Schwäbischen Alb – wer braucht denn so was? Diese wohl nicht ganz unberechtigte Frage stellt sich eine Gruppe wechselnder Maschinenbaustudierender der Hochschule Albstadt-Sigmaringen schon länger nicht mehr.

Studierende der Hochschule Albstadt/Sigmaringen entwickeln ein U-Boot. Die Entwicklung ist abgeschlossen. Nun geht's an die Konstruktion und Fertigung.
Studierende der Hochschule Albstadt/Sigmaringen entwickeln ein U-Boot. Die Entwicklung ist abgeschlossen. Nun geht's an die Konstruktion und Fertigung. Foto: Hochschule

Seit einiger Zeit entwickeln die Nachwuchswissenschaftler in Albstadt ein U-Boot, in dem zwei Personen Platz finden sollen. Unterstützt werden sie von angehenden Wirtschaftsingenieuren, die für die Bereiche Marketing, Sponsoring und Projektmanagement verantwortlich sind.

Ziel des Projekts ist es, die vergleichsweise unerforschte Unterwasserwelt des Bodensees besser zu erschließen. Das U-Boot könnte außerdem zur Vermessung des Seeuntergrundes eingesetzt werden oder die Bergung von Wracks erleichtern.

Mit dem U-Boot den Bodensee erforschen

„Wir wollten die Theorie aus den Vorlesungen gerne in die Praxis umsetzen“, sagt der Studierende Eray Kül, der das Projekt derzeit leitet. „Die Studierenden sind deshalb mit dem Wunsch auf uns zugekommen, mal ein etwas umfangreicheres Projekt zu machen“, berichtet Prof. Dr. Fabian Graefe, der die Studierenden bei der Entwicklung des U-Boots unter anderem im Bereich Steuerungs- und Regelungstechnik betreut. Prof. Dr. André Heinrietz steht den Studierenden in allen Fragen der Betriebsfestigkeit zur Seite.

Bei der Umsetzung muss das Projektteam eine Fülle von Aspekten berücksichtigen und Lösungen für äußerst komplexe Problemstellungen finden: von der Antriebsentwicklung über Aspekte der Sicherheit und hört bei der Auslegung der Akkus längst nicht auf. Hinzu kommen umfangreiche rechtliche Rahmenbedingungen, die sich die Studierenden aneignen und umsetzen müssen. Nicht minder wichtig sind Fragen der Finanzierung und in dem Zusammenhang die Akquise von Sponsoren. „Die Fakultät Engineering fördert das natürlich sehr“, sagt Dekan Prof. Dr. Hans-Joachim Illgner. So seien die Beteiligten auf der Suche nach Kooperationspartnern, die in Sachen U-Boot Bedarf sehen – sei es beispielsweise im Bereich der Unterwasserforschung oder bei der Bergung von Wracks.

„Mit der Entwicklung des U-Boots sind wir inzwischen fertig“, sagt Eray Kül. „Jetzt gehen wir in die Phase von Konstruktion und Fertigung über. Zeitdruck besteht grundsätzlich keiner: „Das Ganze ist in erster Linie ein Lehrprojekt.“ Wenn auch eins, das die betreuenden Professoren als „echten Selbstläufer“ bezeichnen. „Das ist die beste Vorbereitung fürs echte Leben“, sagt Fabian Graefe.

 

Bis zu zehn Stunden unter Wasser

Bislang noch als Modell vorhanden: Insgesamt ist das U-Boot rund fünf Meter lang. Der Druckkörper, in dem unter anderem die Besatzung Platz findet, hat einen Durchmesser von 1,24 Metern. Es kann für die Dauer von bis zu zehn Stunden in einer Tiefe von bis zu 270 Metern eingesetzt werden und erreicht dabei eine Geschwindigkeit von zwei bis vier Knoten, was in etwa 3,5 bis 7,4 Kilometern pro Stunde entspricht.

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