Gemeinsam stark für junge Politik

Albstadt, 08.03.2019

„Wir sind Albstadt“ gründet sich: gemeinsam stark für junge Politik

Am Donnerstagabend gründete sich mit „Wir sind Albstadt“, kurz WSA, eine neue, junge Wählervereinigung, um in ihrer Heimatstadt für den Gemeinderat anzutreten. 32 Kandidaten wurden nominiert. Mit Kommentar

von Holger Much  

In Albstadt gibt es seit Donnerstagabend eine neue und bewusst junge Wählervereinigung, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, „den Gemeinderat zu verjüngen“, wie es Mitinitiator Johann Schwab bei der Nominierungsversammlung im Schiller auf den Punkt brachte.

Zur Wahl des nächsten Albstädter Gemeinderates tritt eine ganz neue Wählervereinigung an. „Wir sind Albstadt“ schickt 32 Kandidaten zwischen 20 und 40 Jahren ins Rennen um einen Platz im Stadtparlament.
Zur Wahl des nächsten Albstädter Gemeinderates tritt eine ganz neue Wählervereinigung an. „Wir sind Albstadt“ schickt 32 Kandidaten zwischen 20 und 40 Jahren ins Rennen um einen Platz im Stadtparlament. Foto: Manuela Ganter

Er, Manuell Wollwinder, Michael Gut und Stefan Buchholz, hatten sich, erläuterte Johann Schwab, die Frage gestellt, wo in Albstadts Kommunalpolitik die jungen Ideen seien, die Ideen, die junge Menschen wirklich ansprechen und für die heimische Politik begeistern könne.

Bewusst für Lebensplanung entschieden

Die Wählervereinigung WSA (Wir sind Albstadt) soll daher junge Menschen vereinen, die sich in ihrer Lebensplanung bewusst für Albstadt entschieden hätten, die ihre Zukunft in Albstadt sähen und hier eine Familie gründen. Motzen allein, machten die vier Initiatoren klar, helfe nichts. Vielmehr müsse man selbst mit gestalten, selbst mit anpacken.

Mit einer Liste von 32 Kandidaten – alle zwischen 20 und 40 Jahre alt – möchte WSA nun bei der Kommunalwahl in den Albstädter Gemeinderat einziehen und sich hier bewusst als Schnittstelle zwischen Gemeinderat, Verwaltung und der jungen Bevölkerung der Stadt verstanden wissen.

In regelmäßigen Abständen möchte man Treffen veranstalten, bei denen jede und jeder kommen kann und sagen, wo der Schuh drückt. Dieses Feedback wolle man, so die Initiatoren bei der Vorstellung der Ideen der Gruppierung, dann in die gemeinderätlichen Gremien tragen.

Die Liste wurde nach einstimmigem Beschluss der Anwesenden in alphabetischer Reihenfolge erstellt.

Diese Kandidaten treten an

Steffen Bendrin, Hagen Bernard, Andreas Boll, Simone Boll, Dominique Brandt, Martin Braun, Stefan Buchholz, Steffen Eggert, Thilo Frizenschaf , Michael Gut, Carolin Gut-Scheurer, Heiko Hämerle, Peter Huber, Yvonne Huber, Selina Kalenbach, Tim Kromat, Raimund Kummutat, Marcel Martin, Felix Osbelt, Salvatore Penna, Andreas Peichinger, Tobias Scheurer, Annika Schölhammer, Alexander Schulten, Marie Schultz, Johann Schwab, Petra Stehle, Florian Steinhart, Manuel Taut, Philipp Wichmann, Annika Wollwinder und Manuel Wollwinder.

Die Themen, denen sich die neue Gruppierung ganz besonders widmen möchte, sind unter anderem Familie und Kinder /Kinderbetreuung, Spielplätze und Jugendarbeit, der große Bereich der Digitalisierung, ÖPNV, Tourismus, Attraktivität der Stadt, Bürgertumplatz, Parkplätze sowie Leerstände in der Stadt, Kultur natürlich, gesunde Infrastruktur, Jugendarbeit, Vereinsförderung, Nachhaltigkeit und selbstverständlich das Krankenhaus Albstadt.

Kommentar: Lebendige Demokratie

Albstadt hat eine neue Wählervereinigung. Unter dem Namen „Wir sind Albstadt“, kurz WSA, haben sich ganz explizit junge Menschen auf den Weg gemacht, aktiv etwas für ihre Stadt, ihre Heimat, zu tun und sich für deren Wohlergehen einzusetzen.

In Zeiten, in denen immer wieder von Politikmüdigkeit die Rede ist, davon, dass Politik die Menschen nicht mehr erreiche und dass sich vor allem die jüngeren Semester nicht mehr angesprochen fühlen, ist es ein Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs.

Erst vor wenigen Wochen haben die Initiatorinnen der Fridays-for-Future-Demo in Albstadt die versammelten Schüler dazu aufgerufen, zur Wahl zu gehen und von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Kurz darauf gründet sich eine Wählervereinigung, deren Mitglieder im Schnitt 34, 5 Jahre alt sind.

Je mehr Menschen sich von den unterschiedlichsten Standpunkten, aus den unterschiedlichsten Lebensstationen heraus auf unterschiedlichste Weise mit Überzeugung für ihre Stadt einsetzten, desto besser. So funktioniert lebendige und breit aufgestellte Demokratie.

ZAK-Redakteur Holger Much
ZAK-Redakteur Holger Much

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