Kampfsport der Weltklasse kommt nach Balingen
Foto: Jennifer Dillmann

Balingen, 08.03.2019

Kampfsport der Weltklasse kommt nach Balingen

Nach nur einem Jahr findet sich der Balinger MMA-Kämpfer Peter Sobotta in einem neuen Leben wieder – und präsentiert ein Event vom Feinsten. Mit Fotostrecke.

Man könnte 2018 das Jahr der Sobotta-Neuanfänge nennen. Er teilt sein zu Hause mit Ehefrau und Baby, verließ das alte Trainingsstudio für ein komplett neues und strebt eine neu ausgerichtete Karriere an.

Kampfsport der Weltklasse kommt nach Balingen

Dieses Jahr folgt schon das nächste große Ereignis: Am Montag gab Sobotta offiziell bekannt, dass er eine neue MMA-Eventserie nach Balingen bringt. „Nova FC – A Star is born“ feiert sein Debüt am 13. April in der SparkassenArena.

Ersten UFC-Fight verliert er

Alles begann mit der UFC-Veranstaltung im März 2018. Der MMA-Kämpfer startete den Versuch, Einzug in die Top-Ten-Weltrangliste zu halten. Der Kampf stand auf der Hauptkarte und in der O2-Arena in London waren über 20.000 Zuschauer versammelt.

Peter Sobotta bei einem Kampf.
Peter Sobotta bei einem Kampf. Foto: Privat

Doch der Versuch scheiterte und Sobotta musste eine Niederlage einstecken. Zudem trug er Nackenprobleme, verursacht durch ein Schleudertrauma, sowie ein beschädigtes Auge davon. Es folgte für den ambitionierten MMA-Kämpfer eine harte Zeit mit starker Bewegungseinschränkung und langer Physiotherapie.

Sobotta: Dieser Sport macht süchtig

Trotz der großen Enttäuschung sollte es genau dieser Kampf sein, der Sobotta eine außergewöhnliche Chance bot. UFC London wurde vom Fernsehsender ProSieben Maxx live übertragen. Dieser verbuchte durch die Übertragung so hohe Einschaltquoten im Bereich Kampfsport wie noch nie.

„Seven Sports“, unter dem ProSieben Maxx steht, fackelte nicht lange und engagierte den Balinger als Präsidenten für eine neue MMA-Eventreihe.

Debüt der Reihe findet in Balingen statt

Sobotta hat mit seiner eigenen Karriere und seinem Kampfstudio alle Hände voll zu tun. Ihm ist aber auch klar: „Deutschland braucht diese Chance ganz dringend. Uns Kämpfern fehlt hier einfach die Möglichkeit, uns zu zeigen.“ Er willigt ein unter der einen Bedingung, dass die Debütveranstaltung in Balingen stattfindet.

Das Plakat zum Event.
Das Plakat zum Event.

„Wir könnten in jede Großstadt, die wir uns wünschen“, erklärt er, „aber ich will den Sport in meine Heimat bringen. Die Leute hier sollen kennenlernen, was ich so liebe und sie sollen genau so süchtig danach werden wie ich.“

Gemeinsam mit seinem Partner Tim Leidecker gründete Sobotta das Unternehmen Epidemic Entertainment, mit dem sie die Veranstaltung Nova FC promoten und die Fightcard zusammenstellen.

Selbst darf er nicht mitkämpfen

„Seven Sports“ kümmert sich um das Eventmanagement und die Produktion. Den Erfolg will sich Nova-Präsident Sobotta durch den Bezug zur Heimat, Weltklasse-Kämpfer, eine internationale Fightcard und Vielseitigkeit in den Kampfstilen sichern. Er selbst kann nicht kämpfen, da er bei der UFC unter Vertrag steht.

Als Lokalmatadoren treten an: Ilja Stojanov, Nicole Stoll, Alexandros Michailidis, Dima Götte, Eugen Shevchenko und Mert Özyildirim – alle tummeln sich auf den Bestenlisten Deutschlands und Europas. Auf dem Programm stehen drei Frauenkämpfe. Die Kämpfe sind verortet zwischen 57 bis 120 Kilogramm Schwergewicht.

Durch die große Spanne erleben die Gäste alle möglichen Kampfstile. Der Hauptkampf wird von Niklas Stolze gegen Omar Jesus Santana bestritten. Im Programm sind acht verschiedene Länder vertreten, darunter Spanien, Italien und Frankreich.

Beste Kämpfer aus Europa für seine Liga

Der Titel Nova – A Star is born spielt nicht nur darauf an, dass sich ein neuer Stern am Kampfsporthimmel zeigt. Sobotta holt sich die besten Kämpfer aus ganz Europa, um ihnen im Idealfall das Sprungbrett in die höchste Liga, die UFC, zu ermöglichen.

Er selbst hat eine Kampfmöglichkeit in Sankt Petersburg für Nova FC abgelehnt, da diese im April stattfinden würde. Stattdessen kämpft er voraussichtlich im Juni in Stockholm. Sobotta hat sich dafür entschieden, vom Weltergewicht (77 Kilogramm) zum Mittelgewicht (84 Kilogramm) aufzusteigen.

Damit verlässt er die Gewichtsklasse, in der er mit 18 Jahren eingetreten ist und sich in den Rankings hochgekämpft hat.

Neue Gewichtsklasse bedeutet kleinen Neuanfang

Die Entscheidung ist durch den Weightcut bedingt. Ein Kampfsportler muss zum Kampf ein bestimmtes Gewicht erreichen, dessen Grenze durch die Klasse bedingt ist. In der Regel machen Kampfsportler fünf bis zehn Kilogramm.

Sobotta hatte in den letzten Jahren vor jedem Kampf aber innerhalb weniger Wochen 18 Kilogramm zu verlieren. Er muss einsehen: „Der Weightcut ist inzwischen zu groß und hat einen negativen Effekt auf meinen Körper.“ Auch wenn er durch seine bisherigen Erfolge in der alten Klasse auch in der neuen relativ hoch eingestuft wird, bedeutet auch diese Veränderung wieder einen kleinen Neuanfang.

Klein an Körpergröße, aber groß in seinen Auswirkungen zeigt sich Sohnemann Alexander. Im Juni erblickte dieser das Licht der Welt und lässt auch die Welt von seinem Vater in neuem Licht erstrahlen.

Sobotta kämpft für Familie und kleinen Sohn

„Im Kampfsport gewinnst du oder du verlierst“, berichtet er. „Wenn du gewinnen willst, musst du zu einem gewissen Teil ein egoistischer Mensch sein. Aber jetzt gibt es für mich das erste Mal im Leben etwas Wichtigeres. Ich kämpfe nicht mehr nur für mich. Ich kämpfe für meine Familie. Außerdem ist es das Schönste, wenn du irgendwann einmal deinen eigenen Sohn beeindrucken kannst mit den Leistungen, die du gebracht hast.“

Peter Sobotta mit seinem Sohn im Oktober.
Peter Sobotta mit seinem Sohn im Oktober.

Parallel zur Geburt verlief der Neuaufbau der Kampfsportschule Planet Eater in Balingen.

Schule ist neu aufgestellt

Von 400 Quadratmetern in Steinhofen vergrößerten sich die Räumlichkeiten auf 1100 Quadratmeter in Balingen. „Es ist ein ganz neuer Standard“, berichtet Sobotta, Planet Eater zählt inzwischen über 500 Mitglieder.

Die strukturellen Veränderungen zeigen ihre Auswirkungen auf das Angebot. „Unsere bisherigen Gyms waren ausgelegt auf Wettkampfsport“, erklärt der Headcoach.

„Für jemanden, der nur trainieren und kämpfen will, ist es egal, wo er kämpft. Hauptsache er hat seine Matte und seine Trainingspartner.“

Dann kamen auch „normale“ Leute, die einfach nur ein Workout haben wollten. So hat sich die Schule weiterentwickelt und sich vielfältiger aufgestellt.

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